Aus einer Not entstand die Idee!!!

 

1992:
Als Weihnachten vor der Tür stand und sich mein Sohn einen Kran wünschte, nahm die Geschichte " Herby´s Spielewelt " seinen Lauf. Auf der Suche nach dem Kran musste ich feststellen, dass es in Mattighofen sehr vieles gab, nur keinen Kran (und mein Sohn wollte nur einen Kran, sonst nichts !). Nach einer Odyssee zwischen Simbach und Salzburg war die Idee geboren, es fehlt ein Spielwarengeschäft in Mattighofen.

1993:
Aus dieser Idee heraus wurde am 13.08.1993 das Spielwarengeschäft "Herby´s Spielewelt" gegründet. Also, auf mit dieser Idee zu meiner damaligen Hausbank in Schalchen ( etwas hatte ich schon für die Selbständigkeit angespart ) , hier bekam ich aber dann schon den ersten Dämpfer! "Ein Spielwarengeschäft in Schalchen/Mattighofen wird nicht klappen, leider können wir dich hier nicht un- terstützen", so die Aussage die ich dort bekam! Ich versuchte es weiter, diesmal bei der Raika in Geretsberg, die mir im Gegensatz zu ihren Kollegen in Schalchen zutrauten meinen Plan umzusetzen. Mit Hilfe von deutschen Kollegen, die auch damals schon der einzige Weg zu fairen Preisen waren, begann ich Spielwaren zu kaufen und mich nach ei-
nem Geschäftslokal umzusehen, welches ich schließlich bei Herrn Schlager (ehemals Firma Stadl
bauer) fand. Die Grundidee dahinter war schon von Anfang an klar, das Geschäft sollte dem Kunden die Möglichkeit bieten, Spielwaren zu fairen Preisen, mit einer persönlichen Note und fachkundlicher Beratung erwerben zu können. Der Beginn war sehr spannend, aber man merkte auch schon bald, dass dieses Geschäft angenommen werden wird. Personal waren zu dieser Zeit nur ich und eine tatkräftige Halbtagskraft!

1995:

Auf zum nächsten Schritt - ein neues, größeres Lokal mit einer besseren Lage wurde gesucht. Fündig wurde ich wieder bei Herrn Schlager, der zu dieser Zeit ein Objekt in Schalchen plante. Es sollte ein Fachmarktzentrum werden, mit mehreren Geschäften und einem großen Lebensmittelmarkt, der jedoch bis heute nur auf dem Papier existiert. Die Idee gefiel mir von
Anfang an sehr gut und ich mietete hier das neue Geschäft auf einer Fläche von 400m². Anfangs-Personal waren hier ich und eine Angestellte. Nach 5 Jahren und etlichen Pleiten der benachbarten Firmen an diesem Standort und auch immer währenden Diskrepanzen mit dem Vermieter, entschloss ich mich dazu, wieder ein anderes Lokal zu suchen.

 

2000:
Genau zu diesem Zeitpunkt kam Rudi Rinnerthaler, der schon mit mir die Schulbank drückte, auf mich zu. Er wollte ein Sportgeschäft gründen und hatte auch schon ein Lokal in Aussicht. Diese Aktion ging dann ähnlich schnell von statten, ebenso die Gründung! Rudi und ich sahen uns noch einige Objekt an und letztendlich mieteten wir das frühere " Möbelhaus Pemmwieser "in Schalchen. Wir teilten uns das Objekt in 2/3 für mich und 1/3 für Rudi und schon ging es am neuen Standort weiter. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch eine personelle Entwicklung und stockten unser Team auf 4 Angestellte auf. Nach weiteren 5 Jahren reifte immer mehr die Idee, das Geschäft nochmal zu vergrößern, da die Konkurrenz im Internet inzwischen so groß geworden ist, dass es in einem kleinen Geschäft nicht
mehr möglich war für den Kunden alle Waren anzubieten.

 

2011:
Nach 11 Monaten zäher Verhandlungen konnte ich das ehemalige" Billa Gebäude ", welches sich auch wieder in meiner Heimatgemeinde Schalchen befindet, kaufen. Nun war wieder ein weiterer großer Schritt, der abermals mit vielen schlaflosen Nächten einherging, getan. Die Oberbank Mattighofen , hier ganz besonders Hr. Johannes Zahn , war von Anfang an von diesem Projekt begeistert und hat mich in jeder Phase der Planung des neuen Objektes unterstützt. Also ging es auf einer Fläche von 700m² wieder einmal von vorne los. Als die Halle noch leer stand, kamen große Bedenken auf: „Wie sollen wir diese Halle mit Ware füllen?!" Aber auch das war schnell geschafft und heute sind wir schon wieder soweit, dass wir diskutieren - wohin mit der neuen Ware? Die Gänge wurden breiter, die Regale übersichtlicher und auch der Kassenbereich bietet nun viel mehr Platz. In dem neuen Geschäft konnte ich wieder viele neue Dinge umsetzen, wie eine Spielecke, eine Schaubahn von Carrera und vieles mehr. Alles in allem sollte sich der Kunde viel wohler fühlen als im alten Geschäft, was uns laut Kundenaussagen auch gut gelungen ist. Stets einen guten Kontakt zu unseren Kunden zu pflegen und immer zu versuchen, dass sich der Kunde im Geschäft gut beraten und auch wohl fühlt. Diese Philosophie habe ich immer mit Hilfe meiner Angestellten verfolgt und umgesetzt. Dass wir das nicht immer für alle schaffen werden ist mir auch klar, aber auch aus jedem Fall können wir etwas lernen und unsere Lehren daraus ziehen. Wir haben ein sehr gut eingespieltes Team und setzen diese Philosophie täglich um. Bis heute habe ich 12 Lehrlinge in meinem Betrieb ausgebildet und zurzeit sind 5 Angestellte im Betrieb beschäftigt, die mich täglich unterstützen und den Betrieb erst ermöglichen.

 

Der Weg in die Zukunft und meine Visionen: 
Zurzeit ist es meine Hauptaufgabe geworden mit den Lieferanten noch mehr und intensivere Gespräche zu führen und Konditionen zu verhandeln. In Zeiten wie diesen, in denen unsere Ware im Internet meist unter unserem Einkaufspreis verkauft wird, wird es immer schwieriger dem Kunden einen fairen Preis zu bieten. Wobei man unter „fair“ versteht, dass auch mein Unternehmen weiter Bestand haben kann und der Kunde sich trotzdem nicht über den Tisch gezogen fühlt. In Zeiten des Internets und der Tatsache, dass alle dort namhaften Firmen massive Verluste machen, wird es für einen Händler immer schwieriger hier Schritt zu halten. Nicht zuletzt durch ein weiteres Phänomen, welches es nur in der Spielwarebranche gibt und auch zur Zeit einzigartig ist, dass zwei unserer Lieferanten dem Kunden Preise direkt über das Internet anbieten, die teilweise sogar unter unseren Einkaufspreisen liegen!! Ich versuche, das immer wieder mit der Industrie abzustimmen, aber auch das gelingt nicht immer. Es wird also in Zukunft für alle spannend werden , wenn das Internet den klassischen Handel mit Dumpingpreisen in die Knie zwingen will, was auch schon auf sehr vielen Linien funktioniert , um dann, wenn der Handel KO ist, die Preise nach eigenem Gefühl hoch zu schrauben. Das ist die Story die ja eigentlich zurzeit läuft - wenn der Handel weg ist wird sich keiner mehr bei hohen

Kurz noch zum Nachdenken:
Wo sollen die Jungen lernen , wo wollen alle ihre Jobs finden , wo holen sich die Vereine Ihre Sachpreise , wo findet man noch einen Job in der Nähe, wo werden Regionale Zeitungen und Vereine ihre Einschaltungen bekommen, wenn alles nur noch über das Internet läuft? Hier läuft für mich was los, das wir alle, wenn wir es übersehen, nicht mehr stoppen können und dann letztendlich doch jeden erwischen wird.

Liebe Grüße
Herbert Maier